Montag, 20. Oktober 2014

Neuer Mut

Inzwischen hat sich mein Gemüt wieder beruhigt, und ich habe neuen Mut gefasst. Eigentlich gibt es ja auch viel Positives in dem Ganzen: die ausbleibende Schwangerschaft hat womöglich gar nichts mit meinem PCO zu tun. Wenn man bedenkt, dass ich ohne jeglichen Zyklus und dementsprechend ohne Eisprünge die Reise angetreten habe, ist das ja schon mal ein gutes Ergebnis. Und wenn meine Akupunkterin mir helfen konnte, kann sie sicher auch den Schwimmern auf die Sprünge helfen. Wenn ich ganz positiv und ein bißchen irre bin, dann würde ich behaupten, dass wir jetzt sogar Hoffnung auf eine "natürliche" Zeugung haben können. Wenn die Schwimmer sich vermehrt und verbessert haben, und meine Eisprünge besser abpassen können, dann brauche ich vielleicht noch nicht mal Hormone. Und wenn es doch auf IVF rauslaufen soll, dann geht die Welt auch nicht unter, dann haben wir (er UND ich) noch etwas Zeit, für bessere körperliche Vorrausetzungen zu sorgen. Insofern bin ich gerade auch bereit, mich auf die sechsmonatige Wartezeit einzulassen. Ich bin ja in Übung... Wenn sich dadurch die Chance auf tüchtigere Schwimmer ergibt...immerhin erneuern sich diese innerhalb von drei Monaten. Wenn man dann noch etwas Zeit für die Behandlung dazu rechnet, dann hört sich ein halbes Jahr eigentlich ganz ok an. Zudem kann ich einer kurzen Pause durchaus etwas Positives abgewinnen: endlich mal kein Eisprungalarm und Sex, obwohl uns beiden vielleicht gerade gar nicht danach ist. Und kein schlechtes Gewissen, wenn die Müdigkeit doch gesiegt hatte. Wir können beide mal einen Augenblick durchatmen. Der einzige Nachteil an der ganzen Sache: mir sind die Hände gebunden. Es geht nicht darum, dass ICH etwas tue. Es geht darum, dass ER etwas tut. Wir alle ahnen es schon: ich habe es mit einer echten Herausforderungzu tun. Ich muss nicht sagen, dass der Kapitän noch keinen Blick in die Unterlagen geworfen hat. Alles war wichtiger: Fussball, Basketball, der neue I-Mac, etc. Da ich die Untätigkeit des Warten kaum ertrage, habe ich zumindest alle Vitamine, die auf dem Zettel meine Akupunkteurin standen, bestellt. Und- oh, die Freude war groß: gestern Abend im Internet bestellt- heute Abend Lieferung direkt zur Wohnunstür! Wenn nun alle so arbeiten würden! Dazu bekommt der Kapitän jetzt jeden Abend einen Kakao mit Maca-Pulver serviert. Das soll auch helfen. Ansonsten ist jetzt aber definitiv SEIN Eisatz gefragt. Und auch das ist ja eigentlich was Positives: es gehören zwei zum Kinderkriegen dazu. Vielleicht ist unserem Kind die Gleichberechtigung ja besonders wichtig. Als ich am Freitag so aufgeregt war, habe ich sogar darüber nachgedacht, mich einer IVF zu verweigern, wenn der Kapitän nicht seinen Anteil beiträgt. Warum soll ich mich u.a. mit Hormone vollstopfen, wenn er noch nicht mal bereit ist, sich ein paar Nadeln setzen zu lassen? Rein objektiv gibt es dafür keine Erklärung. Die Frage ist nur, ob ich letztendlich in dieser Frage wirklich so konsequent sein könnte. Ich hoffe, dass ich nicht vor diese Entscheidung gestellt werde.

Kommentare:

  1. Hallo Du Liebe,
    es ist schön zu hören, dass Du wieder neuen Mut gefasst hast. Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine große Herausforderung sein wird Deinen Mann zur Akupunkteurin zu bewegen. Vielleicht muss man manchmal einfach Klartext mit den Männern reden und nochmal deutlich darauf hinweisen wie wichtig einem selbst das ist. Wir waren Anfang des Jahres das erste mal in unserer Kiwu-Praxis, haben damals eine dicke Broschüre bekommen, die ich mittlerweile bestimmt das 3. Mal gelesen habe. Tja, was soll ich sagen, mein Liebster hat kein einziges Mal reingeschaut. Und das obwohl ich dieses Jahr 3 IUIs und eine IVF hinter mir habe ... Ich weiß nicht woran es liegt und es ist bestimmt keine Absicht aber manchmal scheint es mir auch so als ob das Fernsehprogramm wichtiger ist. Das macht mich an manchen Tagen natürlich auch rasend.

    Ich wünsche Dir für die bevorstehende Zeit viel Kraft und wer weiß vielleicht braucht ihr auch gar keine IVF mehr. Wunder gibt es immer wieder.

    Drück Dich & GLG Deine Peach

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  2. Hallo Peach! Ich musste lachen, während ich deinen Kommentar gelesen habe. Es ist wirklich amüsant, dass wir Frauen uns genauso typisch wie die Männer benehmen. Halt jede Gruppe für sich betrachtet. Während wir Frauen geradezu süchtig nach Informationen zu dem Thema sind und alles wie ein Schwamm aufsaugen, bemühen sich die Männer, einen möglichst großen Bogen um eben diese Informationen zu machen. Es scheint nie anders herum zu sein. Wir sind jetzt aber schon mal einen Schritt weiter. Gestern haben wir eine recht hitzige Diskussion gehabt mit dem Ergebnis, dass der Kapitän sich bereit erklärte, in meiner Gesellschaft zu meiner Akupunkteurin zu gehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hat er einfach sehr große Bedenken, dass er sein ganzes Leben ändern soll. Nun, die Angst kann ich ihm teilweise nehmen: sollte er einige gesundheitlich relevante Veränderungen des Lebensstiles, wie etwas etwas mehr Bewegung und vermehrte Aufnahme von Vitaminen, vornehmen, geht es ja in erster Linie darum, die Schwimmer auf ihre Aufgabe der Befruchtung vorzubereiten. Es handelt sich also um eine zeitlich recht überschaubaren Zeitraum. Und auf seine Aussage: auf keinen Fall verzichte er auf Kaffee, konnte ich nur einwenden, dass das von jeder Frau während der Schwangerschaft erwartet werden würde. Zudem geht es darum meiner Meinung ja auch gar nicht. Mir ist klar, dass er seine Ernährung nicht so umstellen wird, wie ich es getan habe, und das erwarte ich auch wirklich nicht. Akupunktur, regelmäßige Bewegung und die Einnahme der Vitamine- dann bin ich mehr als zufrieden. Was allerdings die Änderung seines Lebens betrifft: genau darum geht es ja nun tatsächlich! Unser und damit auch sein Leben wir sich grundlegend ändern, sollten wir Eltern werden. Nun, ich denke, wir sind auf einem gutem Weg. Es war gut, dass wir geredet haben. Morgen gibt er noch mal Spermien ab, und Freitag gibt es dann das Ergebnis. Je nach dem wie das ausfällt, ist dann vielleicht die Motivation mitzumachen noch mal größer. Ich drück dir die Daumen für deinen weiteren Weg. Liebe Grüße Solbritt

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