Freitag, 5. September 2014

Krank

Lange habe ich nichts geschrieben, aber es ist auch einfach nichts passiert im Hinblick auf den Kinderwunsch. Wir warten. Auf den Termin am 23.9. und auf die Schlüssel für die neue Wohnung. August und September erfordern in beiderlei Hinsicht viel Geduld. Und seit etwa zwei Wochen bemühe ich mich, den kursierenden Erkältungsviren zu widersetzen und musste mich gestern morgen geschlagen geben: mein Kopf fühlt sich doppelt so schwer wie gewöhnlich an und ich kann mir einen Tag im Kindergarten voller Aktivität beim besten Willen nicht vorstellen. Also bleibe ich zuhause in der Hoffnung, dass ich dann zumindest etwas vom Wochenende habe und nicht dann völlig in den Seilen hänge. Typischerweise deutet das Ziehen im Unterleib den kommenden Eisprung an. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich irgendwas in mir gegen eine Schwangerschaft wehrt. Ich habe keine Ahnung, was das sein könnte. Letztes Jahr habe ich mich viel mit dem Gedanken beschäftigt, wie mein Leben als Mutter sein wird. Ich habe versucht, eventuelle eigene Konflikte aus der Kindheit oder mit meiner Mutter zu durchleuchten und zu sortieren. Ich hatte spannende Gedanken und fühle mich seitdem mehr als je zuvor bereit für das Abenteuer Familie. Was ist das bloß, was es so schwer macht? Nun, jetzt werde ich mich tagsüber ausruhen und hoffen, dass ich heute Abend dann schon wieder etwas fitter bin. Um nicht ganz verrückt wegen der Warterei zu werden, habe ich mir wieder ein neues Projekt überlegt. Im Zusammenhang mit der Lieferung unser ersten Biogemüsekiste ist mir aufgefallen, dass Ernährung und Kochen seit Beginn der Kinderwunschzeit immer mehr zu einer Leidenschaft geworden sind. Ich ertappe mich tagsüber tatsächlich, dass ich mich auf mein Gemüse freue! Gerade der Gedanke, sich gesund zu essen und Nahrungsmittel gezielt bei bestimmten Krankheiten einzusetzen, fasziniert mich. Und die Gemüsekiste stellte denn auch eine schöne Herausforderung dar, indem sich darin Sachen befinden, um die ich in der Gemüseabteilung des Supermarktes eher einen Bogen gemacht hätte, wie z.B. Wirsingkohl und Grünkohl. Hier sind also sowohl Neugier als auch Kreativität gefragt. Ich hole mir Anregungen aus einigen tollen Food-Blogs, und bin so inspiriert, dass ich am liebsten auch einen starten möchte. Wie sagte doch ZweiLinien so schön? - der Trend geht zum Zweitblog. Nun gehe ich also mit diesem Gedanken schwanger...wenn das mal nicht mein Problem ist. Neulich habe ich mich mit einer Kollegin unterhalten. Wir sprachen über unseren Umzug und wie lange wir darauf gewartet haben. Seit Dezember. Neun Monate. Die magischen neun Monate. Vielleicht kann man nur mit einem "Projekt" gleichzeitig schwanger sein??? Vielleicht verhindert der Körper eine Schwangerschaft, weil er "befürchtet", dass die Energie nicht auch noch für ein Kind ausreicht? Er kann ja nicht wissen, dass ich im Fall einer Schwangerschaft so flexibel wäre und die laufenden Projekte den neuen Umständen anpassen würde. Die Alternative ist aber nicht besser. Ohne Projekte wäre Schwangerwerden das Projekt, auf das ich mich voll fokussieren würde. Keine gute Idee. Ich liebe einfach meine Projekte. Stillstand kann ich nur schwer ertragen. Irgendwas muss ich immer schaffen und entwickeln. Dabei kann es sich um die Balkongestaltung, das Tränieren eines Pferdes, die Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes oder tausend andere Sachen handeln. Oder eben ein Food-Blog.

Kommentare:

  1. Liebe Solbritt!
    Mach es, was immer für ein Projekt es ist! Deine Eizellen kümmert es herzlich wenig ;-)
    Aber es macht das Leben lebenswert, diese Erkenntnis gewinne ich gerade.

    Wenn's ein Foodblog wird: ich abonnier bestimmt!

    LG
    ZweiLinien

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  2. Hallo ZweiLinien! Ich geb dir auf jeden Fall Bescheid, wenn der Food-Blog geboren ist ;-). Mir hat dein letzter Post sehr gefallen. Bisher ist mir der IVF-weg ja erspart geblieben, aber ich kann mir vorstellen, dass man sich dabei sehr schnell selbst verliert. Es hört sich so an, als würde es dir nun etwas besser gehen. Das ist schön. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft auf deinem Weg, wohin er auch immer führen wird.

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