Freitag, 20. November 2015

37.Woche- Endspurt!

Die letzten Wochen vergingen dann doch schnell, jetzt war ich schon eine Woche zuhause. Selbst hier ging die Zeit schnell rum. Die ersten Tage kam der Nestbautrieb voll durch, aber seit gestern lass ich es wieder ruhiger angehen. Meine Hände streiken. Die Nächte sind der Horror- ich wache jede Stunde auf.Oft, weil mir die Hände weh tun oder unangenehm kribbeln, oder weil ich auf Toilette muss. Außerdem gibt es nur noch zwei Schlafpositionen: auf der rechten oder der linken Seite. Dann liege ich eingekeilt zwischen Kissen. Wenn ich nicht wegen der Hände oder der Blase wach werde, dann weil die Schulter weh tut. Also alle Kissen auf die andere Seite wuchten und eine gute Position finden. Aber versteht mich nicht falsch- ich will mich nicht beklagen, ansonsten ist alles gut. Ich bin immer noch erstaunlich beweglich, was ich meiner Arbeit mit den Kindern zuschreibe. Natürlich bewege ich mich schwerfälliger als sonst, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.

Seit ich zuhause bin, merke ich, dass meine Bindung zu unserem Kind intensiver wird. Ich spreche mehr mit der Kleinen. Ist ja sonst auch keine anderer da. Bis auf den Geburtsbrief ist alles vorbereitet. Ich wollte den Brief eigentlich diese Woche schreiben, aber da meine Hände wenig belastbar sind, habe ich beschlossen, dass ich den jetzt am Wochenende mit dem Kapitän zusammen verfasse. Das ist eh gut, dass weiß er auch, was Ich mir wünsche und welche Vorstellungen ich von unserem großen Moment habe. Bisher war es wohl eher ich, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Obwohl er natürlich auch einiges auf den beiden Infoveranstaltungen gehört hat. Aber das betraf die Allgemeinheit, und in dem Brief geht es ja um meine und unsere Wünsche. Durch die 15 Yogastunden fühle ich mich gut gewappnet und sehne mich danach, das alles selbst erleben zu dürfen. Außerdem können wir es kaum noch abwarten, dass die Kleine endlich das Licht der Welt erblickt. Tatsächlich kann sie jetzt ja jeden Tag kommen. Ab Montag ist sie voll entwickelt und fertig für das Leben. Neben ihren Tritten und Bewegungen spüre ich jetzt auch immer wieder, wie sie Schluckauf hat. Es pochert dann gleichmäßig tief im Bauch, wo ihr Kopf liegen sollte.

Mit der Geburt nähert sich auch das Ende dieses Bloges. Er war als Kinderwunschblog gedacht und hat mir in dieser Zeit treue Dienste geleistet. Dann wurde er zum Schwangerschaftsblog. Das Mitteilungsbedürfnis war da schon nicht mehr so groß. Aber ich finde, es geht beim Kinderwunsch nicht nur darum schwanger zu werden, sondern im besten Fall um die Erfüllung des Kinderwunsches. Also finde ich es auch richtig, den Blog so lange weiter zu führen. Die Erfüllung unseres größten Wunsches steht nun unmittelbar bevor. Ich werde also noch von der Geburt berichten, und dann diesen Blog abschließen. Es wird keinen Babyblog geben.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

32. Woche

Es ist immer noch fantastisch zu hören, dass mein Körper jetzt tut, was man von ihm erwartet. Heute war ich bei der Hebamme, und sie maß meine Gebärmutter. Anschließend zeigte sie mir am Computer, wie vorbildlich diese der Wachstumskurve folgt. Nach all den Jahren, in denen zumindest meine Körpertemperatur keiner Kurve folgen wollte, ist das immer noch ein Wunder. Es ist also alles gut, von den Händen mal abgesehen, aber das nehme ich als Preis für das größte Geschenk meines Lebens gerne in Kauf.

Der Bauch wächst also ordentlich, trotzdem bin ich aber noch ziemlich beweglich. Zwar laufe ich nicht mehr mit den Kindern, aber ansonsten kann ich alles machen: Windeln wechseln, beim Toalettenbesuch helfen, An- und Ausziehen, etc. Ich bin einigermaßen stolz auf mich, wenn man bedenkt, dass Erzieher in Deutschland wohl oft schon bei Bekanntwerden der Schwangerschaft nach Hause geschickt werden. Und die Jüngste bin ich ja nun auch nicht mehr...Es sieht so aus, als würde ich die geplanten nächsten vier Wochen durchhalten. Dann habe ich noch etwa weitere vier Wochen bis zur Geburt. Wenn es läuft, wie geplant. Ich glaube, dass mir die Arbeit gut tut. Ich bin so abgelenkt, dass ich nicht viel an meine geschwollenen Hände denke, meine Beweglichkeit wird sicher auch gefördert, und die Zeit geht schneller rum. Zuhause kann ich eh nicht viel machen. Nähen und Stricken fällt aus, ich würde wahrscheinlich viel rumliegen. Es ist gut so, wie es ist.

In den vergangenen Wochen war wir auf vielen Elternkursen. Theoretisch sind wir also auf die Geburt und die erste Zeit danach vorbereitet. Hier wird viel über eine aufrechte Geburtsposition gesprochen. Dabei fällt mir auf, dass ich zwar viele Geburtsgeschichten in Einzelheiten erzählt bekommen habe. Aber niemand hat mir erzählt, in welcher Stellung das Kind zur Welt gebracht wurde. Ist das in Deutschland kein Thema? Oder spricht Frau nicht gerne darüber? Unsere Klinik hat jedenfalls im letzten Jahr ein ganz neues Geburtshaus bekommen. In allen 8 Geburtszimmern gibt es eine Badewanne, was ich sehr ansprechend finde. Ich weiß zwar nicht, ob ich wirklich im Wasser gebären werde, aber vorher ist es sicher schön, mal in warme Wasser zu tauchen. Es arbeiten immer 8 Teams, eine Hebamme und eine Krankenschwester. Nur bei Komplikationen wird ein Arzt geholt. Auch das gefällt mir sehr gut. Auch wenn es eine Klinik ist, erscheint es mir doch eher wie ein Geburtshaus. Das wäre in Deutschland wohl meine Wahl gewesen. Ich bin sehr gespannt, wie ich die Geburt erleben werde. Gerne würde ich ohne Schmerzmittel auskommen, aber wenn es anders kommt, dann ist es auch ok. Das wichtige ist, dass unser Kind und ich alles gut überstehen. Natürlich ist es das, was zählt.

Am Wochenende treffe ich eine ehemalige Arbeitskollegin, die auch einen unerfüllten Kinderwunsch hatte. Sie hatte kein Glück bei IVF und hat sich dann für eine Auslandsadoption entschieden. Auf diese Weise ist sie vor einem Jahr Mutter eines afrikanischen Mädchens geworden. Der Kontakt war leider abgebrochen, aber jetzt hatte sie über Umwege von meiner Schwangerschaft gehört und sich wieder gemeldet. Ich bin sehr gespannt auf ihre Geschichte und freue mich auf das Wiedersehen.

Es wird jetzt einfach alles gut. Zu allem Glück haben wir vor ein paar Tagen erfahren, dass unsere direkten Nachbarn im Januar ihr zweites Kind erwarten. Wir haben sie lange nicht gesehen, so dass uns das entgangen ist. Da habe ich ja die Chance, die Elternzeit mit jemanden zu teilen, und unsere Tochter hat eine(n) Spielkameraden (in) im gleichen Alter direkt nebenan. Dazu kommen noch die beiden Jungs, die zwei Jahre älter sein werden. Der Kapitän sagte gleich spontan: dann machen wir einfach die Türen auf, und die Kinder können zwischen den Wohnungen hin und her laufen. Ja, das wäre ein Traum!

Samstag, 19. September 2015

28. SSW

Viele Wochen sind seit meinem letzten Post vergangen. Immer wieder hatte ich mir ein Update vorgenommen. Aber oft war ich dann doch zu erschöpft. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, weil im Kindergarten einfach keine Ruhe einkehren wollte. Erst gab es Unstimmigkeiten mit einer Kollegin, die durch ihr unausgeglichenes Temperament eine wiederkehrende Herausforderung darstellt. Dann mussten Gruppen umstrukturiert werden, weil wir zu viele freie Plätze haben. Und immer wieder fielen Kolleginnen wegen Krankheit aus, so dass das wir uns untereinander aushelfen mussten. Zum Glück hatten wir die letzten zwei Wochen einen guten Ersatz, so dass es zumindest in unserer Gruppe ganz harmonisch war. Aber der liebe Kollege kann halt auch nicht alle Aufgaben übernehmen, so dass letztendlich immer etwas mehr an mir und meiner Kollegin hängen blieb. Dazu kam die eine oder andere Überstunde. Es war einfach zu viel für mich, da ich mich während der Nächte ja zusätzlich noch  mit dem Karpaltunnelsyndrom abplagen musste.

Montag war ich jetzt aber bei meinem Lieblingsarzt, dem ich auch gar nicht groß erklären musste, dass  die aktuelle Situation nicht tragbar ist. Auf meinen Wunsch hat er mir eine Krankschreibung von 25% gegeben, die er aber jederzeit erweitern würde, auch bis auf 100%. Das war eine große Erleichterung. Es ist dann auch schön gewesen, nicht mehr jeden Tag um 5 Uhr aufstehen zu müssen, sondern erst gegen 7 Uhr. Akupunktur hat übrigens nicht geholfen. Laut Aussage des Arztes gibt es nichts, was hilft, außer einer Massage, mit welcher man das Wasser aus den Fingern und Händen Richtung Arm drückt. Ich habe wohl eine erbliche Veranlagung zu Wassereinlagerungen. Seitdem er das gesagt hat, sehe ich auch die Schwellung in meinen Händen. In den Füßen habe ich sie eh schon gespürt, besonders morgens.

Der Kleinen geht es sehr gut, ich spüre sie jetzt jeden Tag mehrmals. Zu meinem Bedauern ist es aber schwer eine Beziehung zu ihr aufzubauen, weil sie ihre Bewegungen schnell einstellt, wenn ich oder der Kapitän die Hände auf den Bauch legen. Aber immerhin hat er sie schon ein paar mal spüren können. Vor drei Wochen war ich bei der neuen Hebamme, die sagte, dass ich ab jetzt jeden Tag Kindsbewegungen spüren müsse, ansonsten müsste ich ins Krankenhaus zur Untersuchung. Jetzt fragt mich der Kapitän morgens und abends ob die Kleine sich schon bewegt hat.

Vorletzte Woche haben wir einen Kinderwagen bestellt. Schon vor Jahren bin ich dem Stokke verfallen, und letztes Jahr kam ein geländegängiger mit luftgefüllten Reifen auf den Markt. Der soll es jetzt sein und wird vier Wochen vor dem berechneten Geburtstermin abholbereit sein. Eine Wiege von Babybjörn haben wir gebraucht gekauft, außerdem haben wir ein Tragetuch angeschafft. 

Mich beschäftigt immer noch die Frage, wie wir aus dem Krankenhaus kommen. Wir haben kein Auto, also brauchen wir auch keine eigene Babyschale. Aber wahrscheinlich ist es wohl am besten, mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Ich habe ja keine Ahnung, wie fit ich sein werde. Mit U-Bahn und Bus dauert der Heimweg zwar nur eine halbe Stunde, so dass ich eigentlich denke, dass auch das eine Option ist. Man kann wohl ein Taxi mit Babyschale bestellen. Oder wir kaufen doch eine von unseren Freunden mit den Zwillingen..? Luxusprobleme, ich weiß. Es ist einfach spannend, da wir ja so gar nicht wissen, wie das Leben zu dritt sein wird. Und mit welchem Temperament unsere Tochter ausgestattet sein wird. Vielleicht mag sie nicht in der Babyschale liegen und schreit die ganze Autofahrt?

Mal gucken, wir bekommen bald etwas mehr Info über die Geburt und die erste Zeit danach. Montag und Dienstag haben wir zwei Abendkurse dazu. Ich bin schon sehr gespannt.

Sonntag, 9. August 2015

Ich bin dabei

Ungefähr so hat es sich angefühlt, als ich am Dienstag zum ersten Mal beim Schwangeren-Yoga war. Um mich herum nur schwangere Frauen, und ich war eine davon. Vielleicht war ich mir dessen so bewusst, weil ich mich so lange außenvor gefühlt habe. Wobei dieses Gefühl dann doch nicht ganz so lange anhielt, denn irgendwie schienen alle um mich herum geübte Yogaprofis zu sein. Ich hatte mit einigen Übungen schon zu kämpfen, während ich bei den anderen das Gefühl hatte, dass sie trotz wesentlich dickerer Bäuche, alles mit einer gewissen Leichtigkeit nachmachten. An dieser Stelle muss ich allerdings zu meiner Entschuldigung sagen, dass ich wirkliche Probleme mit meinen Handgelenken habe, so dass Übungen im Vierfüßlerstand eine Qual waren. Ich hatte mich nicht getraut zu sagen, dass ich hier Probleme habe, aber das werde ich nächste Woche sagen. Ich kann meine Handgelenke einfach nicht in dem Maße belasten. Ansonsten denke ich, dass es mir gut tun wird, an meiner Beweglichkeit zu arbeiten. Hinzu kommt noch, dass unsere Lehrerin mit uns die vier Handwerkszeuge für eine vertrauensvolle Geburt bespricht. Auf Englisch heißt das Buch dazu wohl "confident birth". Mein Ziel ist es, eine möglichst schöne Geburt zu haben, gerne ohne viele Schmerzmittel und natürlich gerne via Geburtskanal. Dieser Yogakurs soll eine Vorbereitung dazu sein.

Um auf meine Handgelenke zurückzukommen: die machen mir nachts mitunter so große Probleme, dass ich Donnerstag kurzentschlossen bei meiner Akupunkteurin war. Die eine Sitzung hat zwar noch keine direkte Verbesserung gebracht, aber da ich jetzt wieder wöchentlich zu ihr gehen werde, wird es dann schon mit der Zeit besser werden.

Die letzte Woche war es sehr ruhig im Kindergarten, was für uns alle eine schöner Einstieg nach dem Urlaub war. Als ein Mädchen mir auf meinen Bauch klopfte, ermahnte ich sie zu Vorsicht und berichtete ihr von dem kleinen Wesen dort drin. Die Kinder waren sofort Feuer und Flamme und hatten tausend Fragen! Wie eigentlich Babys in die Bäuche kommen würden? Da habe ich allerdings an ihre Eltern verwiesen. Die Mutter erzählte mir später, dass die Fragerei Zuhause weitergegangen sei und sie daraufhin in der Bibliothek entsprechende Bücher ausgeliehen hätten. Außerdem wollten die Kinder wissen, ob das Baby ihre Hände auf meinem Bauch sprühen würde, ob sie wach sei, wo der Kopf jetzt liegen würde, usw. Ich habe mir Mühe gegeben, alle Fragen so gut es geht zu beantworten. Die plötzliche Aufmerksamkeit auf meinen Bauch kam sehr überraschend. Alle Eltern haben sich aufrichtig für mich gefreut. Auch hier habe ich das Gefühl, in eine Club aufgenommen zu werden. Mit weiteren Reaktionen ist zu rechnen, wenn morgen mehrere Kinder zurückkommen.

Samstag, 1. August 2015

Herzschlag und neue Perspektiven im Berufsleben

Das Leben enthält doch immer wieder Überraschungen. Gestern war ich bei der Hebamme. Ich hatte keine großartigen Untersuchungen erwartet. Umso schöner war es, als sie fragte, ob sie nach dem Herzschlag unseres Babys suchen solle. Sie könne nicht garantieren, dass sie ihn finden würde. Ok, ich hatte verstanden, falls es nicht klappen sollte, müsste ich mir trotzdem keine Sorgen machen. Wir haben den Herzschlag aber sehr laut und deutlich gehört. Es löst immer noch ein kleines Erstaunen in mir aus, dass da tatsächlich ein kleine Person in meinem Bauch lebt. Es ist immer noch unfassbar, auch wenn der Bauch wächst und ich in den vergangen zwei Tagen die Babykleidung gewaschen und in den Schrank sortiert habe. Der Kapitän und ich werden wirklich Eltern! Unser Traum wird Wirklichkeit werden. Inzwischen kann ich auch immer besser spüren, wenn sie sich bewegt. Auch wenn es immer noch keine deutlichen Tritte sind. Aber irgendwas passiert in meinem Bauch. Das ist sehr spannend. Und für diesen Traum nehme ich auch kleine körperliche Beschwerden in Kauf. Grundsätzlich geht es mir gut, abgesehen von Taubheitsgefühlen in den Händen seit einigen Wochen. Und vor drei Tagen bemerkte ich plötzlich einen erbsengroßen Gnubbel am Handgelenk. Oh nee, war mein erster Gedanke, jetzt fängt auch noch der Knochen an zu wachsen! Die Haut hatte mir da ja schon einen Streich gespielt.. Aber Doktor Google gab Auskunft, dass es sich dabei wohl mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Gangliom, umgangssprachlich Überbein, handelt. Am Gelenk hat sich eine Kapsel mit Flüssigkeit gebildet. Auch laut Hebamme und Google liegt dem ein Karpaltunnelsyndrom zugrunde, welches in Zusammenhang mit dem größeren Blutvolumen steht. Da ich schon vor Jahren Probleme mit den Handgelenken hatte, leuchtet mir ein, dass eine Schwangerschaft jetzt eine zusätzliche Belastung darstellt. Ich bin eben auch keine 20 mehr, und eine Schwangerschaft ist irgendwie ja schon eine Herausforderung für den Körper. Ich werde jetzt mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Meine Hoffnung ist, dass es mit der täglichen Bewegung bei der Arbeit und gesünderer Ernährung wieder besser wird. Im Urlaub war ich in beiderlei Hinsicht etwas nachlässig. Ansonsten gehe ich wieder zur Akupunktur. Die hatte in der Vergangenheit den Handgelenken gut getan.

Und jetzt zu dem beruflichen Teil. Ich bin Diplomsozialpädagogin, und als solche könnte ich in Deutschland ohne Probleme als Erzieherin arbeiten. Hier durfte ich das bisher nicht, so dass ich hoffnungslos unterbezahlt als Kinderpflegerin arbeite. Vor über einem Jahr habe ich bei der schwedischen Schulbehörde die Legitimation beantragt, um als sogenannte Vorschullehrerin zu arbeiten. Kindergarten heißt hier nämlich Vorschule und das qualifizierte Personal Vorschullehrerer. Das entspricht dem deutschen Erzieher. Im September letzten Jahres wollte die Schulbehörde einen Nachweis über eine Ausbildung zur Lehrerin haben. Hatte ich ja nicht, also habe ich gar nichts geschickt. Ohnehin war ich ja inzwischen mit anderen Dingen beschäftigt. Ich hatte also die Hoffnung aufgegeben und dieses Kapitel abgeschrieben. Vor drei Tagen bekomme ich plötzlich wieder eine Mail vom schwedischen Hochschulrat. In dieser steht, dass man sich mit der niedersächsischen Schulbehörde in Verbindung gesetzt hat (ich habe in Niedersachsen studiert). Diese haben sie gefragt, ob ich dort als Erzieherin arbeiten könnte. Die Antwort war: yes. Und nun soll ich kurzfristig Nachweise über meine Kompetenz in drei verschiedenen Gebieten einreichen. Diese Kompetenz kann durch praktische Erfahrung nachgewiesen werden. Und an der mangelt es mir nach fast fünf Jahren Dienst in schwedischen Kindergärten nun wirklich nicht! Das wird also das erste sein, was ich der Chefin am Montag vorlege. Sollte das jetzt wirklich durchgehen, dann bedeutet das nicht nur eine deutliche finanzielle Verbesserung, sondern auch eine ganz andere Verhandlungsbasis für zukünftige Arbeitsstellen. Erzieher werden hier nämlich händeringend gesucht! Mit einer solchen Legitimation hätte ich eine Perspektive in dem Arbeitsfeld, welches mir wirklich Spaß macht. Es ist also sehr spannend, wie es weitergeht, sowohl beruflich als auch mit unser kleinen Maus. Ein spannender Herbst liegt vor uns. 

Sonntag, 26. Juli 2015

Bergfest

Heute ist der letzte Tag der 20. Woche.  Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Inzwischen habe ich eine richtige Kugel und bin stolz auf sie. Aber immer noch spüre ich die Kleine nicht richtig. Wenn ich in mich hineinhorche, dann kann ich mir leichte Berührungen vorstellen, aber das kann auch Einbildung sein. Da es mir körperlich ausgezeichnet geht und ich außer der Kugel keine Anzeichen auf eine Schwangerschaft erkenne, kommen manchmal leise Zweifel auf, ob auch alles in Ordnung ist. Aber wirklich nur leise. Nächste Woche geht's wieder zur Hebamme, da werde ich sicher mehr erfahren.

Inzwischen sind wir drei Wochen unterwegs, und allmählich sehne ich mich nach unserem Zuhause. So schön es ist, alle zu treffen und rumzureisen, man kommt nicht richtig zur Ruhe. Außerdem haben wir die komplette Babyausstattung von meiner Freundin bekommen, die jetzt sortiert und eingeräumt werden will. Netzbau- es geht los! Ich freue mich auf die nächsten Monate. Anfang August geht mein Yogakurs los, außerdem stehen zahlreiche andere Termine zur Vorbereitung auf das Elterndasein an. 
Morgen geht die Reise wieder Richtung Norden. Nachts fahren wir mit der Fähre von Rostock nach Trelleborg. Wir machen dann allerdings noch zwei Tage auf Öland, bis es dann Donnerstag weitergeht nach Hause.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Erneut ein sehr bewegendes Erlebnis

Seid dem positiven Test häufen sich die bewegenden Momente in unserem Leben. Erst der Test, dann das kleine Herzchen, was wir in der SSW 9 sehen konnten und heute das ganze Kind, wie es sich in mir bewegt, Atemübungen macht, Schluckauf hat und natürlich wieder das pochernde Herz. Ich war den Tränen nahe, so schön war es. Und wir sind so stolz- auf unsere kleine Tochter! Aller Voraussicht nach bekommen wir ein Mädchen. Mein positives Gefühl wurde bestätigt: sie entwickelt sich prächtig. Alles dran und alles sieht gut aus. Wahnsinn. Es ist trotz allem immer noch sehr abstrakt. Ich sehe am Monitor, wie sie sich in mir bewegt und spüre NICHTS! Dabei ist sie wohl etwa 18 cm lang, wenn auch noch sehr leicht und mager. Wie kann ich den nahenden Eisprung spüren, aber nicht mein Kind, was um so vieles größer als eine winzige Eizelle ist? Naja, die Eizellen selbst habe ich nun mit Sicherheit nicht gespürt, das muss ich zugeben.

Interessant sind auch die neuen Gedanken, die sich seit der Geschlechtsbestimmung aufgetaucht sind. Vorher habe ich immer sehr neutral an unser Kind gedacht. Jetzt ergeben sich gewisse Erwartungen. Z.b. glaube ich irgendwie, dass eine Mutter-Tochter-Beziehung anders ist, als eine Mutter-Sohn-Beziehung. Genauso wie ich das bei der Beziehung zum Vater sehe. Ich glaube, der Kapitän wird unserer Tochter total verfallen. Alle guten Vorsätze werden über Bord geworfen werden, wenn sie ihn anlächeln wird. Ich glaube, ich kann bei Mädchen konsequenter sein. Im Kindergarten verfalle ich eher dem Charme der Jungen. Aber das ist eh eine spannende Sache. Seit fast 20 Jahren bin ich Pädagogin, die erzieherischen Gedanken sind mir also in Fleisch und Blut übergegangen. Jetzt werde ich Mutter und werde Zuhause (hoffentlich) keine Pädagogin sondern Mutter sein. Wie wird mir der Rollenwechsel gelingen? Zum Glück gibt es den Kapitän, der ganz einfach Vater sein kann. Ich glaube, zwei Erzieher als Eltern wäre zuviel des Guten.

Einen Tag noch, dann sind endlich Sommerferien! Und bei den aktuellen 30 Grad fühlt sich das perfekt an. Wir fahren erst an die Westküste und dann weiter nach Deutschland. Dort werden wir alle Freunde und Verwandten besuchen und dann an der Ostküste Schwedens entlang wieder nach Hause fahren. In Deutschland werden wir dann auch anfangen, Babysachen anzuschaffen. In diesem Fall ist es unser Vorteil, wenn unsere Freunde uns in der Familienplanung voraus sind und Sachen abzugeben haben. Ich kann es kaum erwarten, endlich Babysachen anzusammeln!